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LEADER Gemeindeschutzgebiete in Rechnitz, Grafenschachen und Ollersdorf

Ollersdorf_Pult_2_Streuobst-Magerwiese_-_WeinzettlLEADER Gemeindeschutzgebiete

Die Gemeinden Grafenschachen, Ollersdorf und Rechnitz haben mehrere Grundstücke als Gemeindeschutzgebiete ausgewiesen und unter Schutz gestellt. Insgesamt konnten so knapp 5 Hektar Grund angekauft und als Naturflächen erhalten werden. Ein großer Zugewinn für das Netzwerk der Gemeindeschutzgebiete!

Grünräume in den Gemeinden sorgen für mehr Lebensqualität – bei uns Menschen, aber auch bei Fauna & Flora, die auf diesen Flächen noch Lebensraum finden. Denn in unserer modernen Landschaft ist Grund und Boden ein wertvolles Gut geworden, das überall effizient genutzt werden muss – sei es als landwirtschaftliche Nutzfläche, als Bauland oder für den Verkehr. Während es vor einigen Jahrzehnten noch zahlreiche offene, unbebaute Lücken gab, die der Natur als Rückzugsgebiete zur Verfügung standen, werden solche Inseln heute immer seltener. So entstand die Idee, landesweit „Gemeindeschutzgebiete“ zu errichten. Diese kleinräumigen Schutzgebiete bilden ein Mosaik aus kleinen „Ökozellen“ – zum Wohle von Mensch und Natur.

Der Naturschutzbund Burgenland hat die Auswahl der Flächen fachlich unterstützt und sie gibt in Summe einen kleinen Ausschnitt unserer vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft wieder: Ein Waldtümpel, ein Teich, Erlenbruchwald und Feuchtwiesen repräsentieren die aquatischen bzw. feucht-nassen Biotope. Magerrasen, Halbtrockenrasen und Streuobstwiesen vertreten die trockenen Standorte. Aber nicht nur die Lebensraumtypen spielten bei der Auswahl eine Rolle, sondern auch das vorkommende Arteninventar. Vegetationsaufnahmen und verschiedene zoologische Kartierungen, die im Zuge des Projekts durchgeführt wurden, bieten die Basis für die aktuelle naturschutzfachliche Beurteilung und das zukünftige Management der Flächen. Besonders erfreulich sind dabei immer Funde seltener, besonders schutzwürdiger Arten. So konnte auf einem Halbtrockenrasen in Rechnitz beispielsweise der Große Waldportier (Hipparchia fagi) nachgewiesen werden; ein schöner Tagfalter der österreichweit als „stark gefährdet“ eingestuft ist. Ebenso bemerkenswert ist das Vorkommen der leuchtend gelben Europa-Trollblume (Trollius europaeus) auf der Feuchtwiese in Grafenschachen; ein Eiszeitrelikt, das besonders sensibel auf Trockenlegungen reagiert. Die neuen Schutzgebiete umfassen auch zwei kleine Teiche, die für die Reproduktion der regionalen Amphibienpopulation bedeutend sind, da für diese Tiergruppe kaum geeignete Laichgewässer zur Verfügung stehen.

Gemeindeschutzgebiete sollen aber keinesfalls „Naturschutz unter dem Glassturz“ sein. Es sind Schutzflächen von und für die Gemeinden und ihre Bewohner. Daher ist es immer auch ein zentraler Aspekt des Projektes, die Bevölkerung mit einzubinden. Ein schöner Ansatz dazu wurde in Grafenschachen gefunden, wo Kinder der Volksschule bei der Pflanzung von Obstbäumen tatkräftig mitgeholfen und sogar Patenschaften für ihre Obstbäume übernommen haben. In den nächsten Jahren kann hier eine Streuobstwiese heranwachsen und sicher ist die Freude groß, wenn der erste Apfel oder die erste Zwetschke vom „eigenen“ Baum geerntet werden kann. Auf jeden Fall sind interessierte Naturliebhaber und Erholungssuchende eingeladen, die Flächen zu besuchen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Pulte informieren über Wissenswertes rund um die Lebensräume und die vorkommenden Arten.

Den ausführlichen Endbericht zum Projekt finden Sie hier: Grafenschachen_Gemeindeschutzgebiet_Bericht_Dez2013.pdf