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Schutz und Pflege von Edelkastanienbeständen in den Bezirken Oberpullendorf und Mattersburg

thumb_edelkastanien1_fialaEin Projekt im Rahmen der Ländlichen Entwicklung - Sonstige Maßnahmen (2005-2008)

Die Edelkastanie (Castanea sativa) ist eine Wald- und Nutzbaumart mit hoher kulturhistorischer, landschaftsgestalterischer, ökonomischer und ökologischer Bedeutung. Ihr Vorkommen ist in Österreich klimatisch weitgehend an Weinbaugebiete gebunden. Ihre Haine und Wälder sind landschaftsprägend.

In den beiden Bezirken Mattersburg und Oberpullendorf finden sich die umfangreichsten und imposantesten Bestände der Edelkastanie im Burgenland. Die Erfassung und Sicherung dieser Bestände ist daher von hohem naturschutzfachlichen Wert. Im Zuge des Projektes wurde eine Kartierung älterer Edelkastanien (BHD größer/gleich 70 cm) außerhalb des geschlossenen Waldes durchgeführt. Dabei wurden rund 900 Bäume erfasst. Leider tritt im gesamten Projektgebiet der Kastanienrindenkrebs, hervorgerufen durch den Schlauchpilz Cryphonectria parasitica, als tödliche Erkrankung der Edelkastanienbäume auf. Seine Ausbreitung erfolgt durch Sporen, die über Rindenverletzungen (z. B. Wachstumsrisse, Hagelschäden, Verfegungen, menschlich bedingte Schäden) in den Baum eindringen. Eine Bestimmung der VC-Gruppen-Zugehörigkeit sowie Konversionen wurden vorgenommen. Konvertierte Stämme wurden als Kleister (Paste) an Besitzer erkrankter Bäume zur Behandlung von Kastanienrindenkrebsbefallsstellen weitergegeben. Einschulungen im Gebrauch der Paste wurden veranstaltet. Im Rahmen von drei geförderten Edelkastanien-Pflanzaktionen wurden insgesamt 747 Jungbäume ausgegeben.
Mit den geförderten Edelkastanien-Pflanzaktionen in ausgewiesenen Gemeinden und den Einschulungen im Gebrauch der Paste gegen den Kastanienrindenkrebs konnten die ersten „ideellen“ Früchte geerntet werden – viele „Kesten“ werden hoffentlich folgen.
Zudem war die Schaffung eines Bewusstseins für die Bedeutung von Edelkastanien eine wichtige Aufgabe des Projektes. Durch Pflegemaßnahmen (Freistellungen, Nachpflanzungen, Kastanienrindenkrebsbekämpfung) erhöht sich die Nutzung der Bestände sowohl für die Baumbesitzer als auch für den Fremdenverkehr (insbesondere im Umfeld von Wander-, Rad- und Reitwegen). Die Umsetzung der Pflegemaßnahmen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und den Grundeigentümern.

Endbericht:

http://dl.dropbox.com/u/30218133/g%C3%BCltige%20Fassung%20Endbericht%20Edelkastanie%202008%20richtige%20Fassung-1.pdf

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